Fashion Upcycling: Kreativität statt Mode-Müll

Nachhaltigkeit ist für mich und viele, die ihre Kleidung selbst nähen, besonders wichtig. Fashion Upcycling gehört daher zu den Themen, die mich besonders interessieren und über die ich mich gern mit euch austauschen möchte.

In jedem selbst genähten Kleidungsstück stecken viele Stunden Arbeit. Die gibt man nicht so schnell wieder her. Die Lebensdauer eines Kleidungsstückes ist es auch, die zum Klimaschutz beitragen kann. Darauf setzt unter anderem die Designerin Anna Lidström, die mit ihrem Fashion Upcycling die Modeindustrie revolutioniert und uns Nähfans tolle Inspirationen liefern kann. Über ihre Arbeit hat Das Erste im „Weltspiegel“ berichtet.

Fashion Upcycling aus Schweden

Wie der am vergangenen Sonntag ausgestrahlte Beitrag: „Schweden: Nie mehr Mode-Müll“ hervorhebt, fordere die Designerin die Mode-Industrie dazu auf, weniger, dafür aber besser zu produzieren.

Derzeit würden jährlich rund 92 Mio. Tonnen Kleidung weltweit weggeworfen. Dies schade dem Klima immens. Zu 80 % entstehe der Klimafußabdruck eines Kleidungsstückes auf dem Weg vom Baumwollfeld bis hin zum Geschäft. Daher sei es wichtig, ein Kleidungsstück so lange wie möglich am Leben zu erhalten, bevor es wieder im Müll lande.

Das Bewusstsein für die Rolle der Modeindustrie beim Klimawandel, sei allerdings noch lange nicht geschärft. Am Anfang ihrer Karriere hätten viele Lidström zum Beispiel als reines „DIY-Mädchen“ belächelt.

Auf dem Weg zur kreativen Modemacherin

Ihre Kreativität, so Anna Lidström habe sich entwickeln können, weil ihre Eltern sie nie gestoppt hätten. Sie hätten sie immer machen lassen. Während ihrer Kindheit habe keine Handys und kein Internet gegeben. Klamotten hätte sie geliebt, aber kein Geld dafür besessen. Durch den Mangel sei ihre Kreativität entstanden.

Während ihrer Schulzeit hätte Kleidung dazu gedient sich anzupassen oder aber hervorzustechen. Sie wisse noch, wie sie zu ihren Freundinnen gesagt habe:

„Oh, ich habe nicht einen Stil, ich habe alle Stile!“

Mit der Nähmaschine ihrer Großmutter hätte sie selbst genäht. So sei sie auf die Idee gekommen, Design studieren zu können.

Mittlerweile sei das Interesse an Second-Hand-Kleidung und deren Bedeutung für die konventionelle Produktion allerdings gewachsen.

Upcycling und konventionelle Produktion – ein Widerspruch?

Der große Unterschied bestehe im Designprozess darin, dass man ursprünglich erst nach dem Trend frage und daraufhin ein Produkt entwickele. Bei Re-Fashion sei das anders. Erst werde geschaut, welche Farben, Materialien etc. überhaupt vorhanden seien, dann könne man den aktuellen Trend mit in den Designprozess einbeziehen.

Die Umsetzung im größeren Umfang sei schwierig. Dass jedoch auch die konventionelle Produktion aus Second-Hand-Mode neue Kollektionen machen könne, zeigt die Zusammenarbeit von Lidström mit dem schwedischen Textilhandelsunternehmen Gina Tricot. Zusammen mit Anna Lidström habe der Moderiese eine Kollektion von 5.000 bis 6.000 Teilen entwickelt, die unterschiedlich getragen und kombiniert werden können.

Dabei habe es sich um die bislang größte Kollektion dieser Art gezeigt und damit bewiesen, dass Upcycling auch im größeren Umfang möglich sei.

Technisch seien für diese Herstellungen vor allem Sortieranlagen interessant. Bislang würden diese ausrangierte Kleidung nach Fasern sortieren. Für neue Kollektionen seien aber andere Aspekte bedeutsam. So wäre es gut, wenn die Anlagen nach Farben oder Mustern sortieren könnten.

Bis dies auf industriellem Niveau Wirklichkeit werden kann, kommt es aber auf die Initiative einzelner Modemacher an. Lidström setzt daher aktuell auf das schwedische Projekt F / ACT Movement. Bei diesem geht es darum, eine nachhaltige Produktion und den nachhaltigen Konsum von Mode und Textilien generell zu fördern.

Das Projekt soll Verbraucher dazu inspirieren, nachhaltige Entscheidungen in Sachen Mode zu treffen und statt Neues zu kaufen, das zu nutzen, was sich bereits in ihrem Schrank befindet. Habt ihr Lust, euch von den vielen Ideen und Entwürfen inspirieren zu lassen, findet ihr auf Instagram unter dem #factmovement tolle Anregungen.

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