Rüschen nähen – Anleitung mit vielen Tipps auf meinem Nähblog

Die Romantik hat uns wieder! Schon im Herbst waren viele neue Schnittmuster mit Rüschen zu sehen. Auch das nahende Frühlingserwachen lädt zum Nähen von luftigen Rüschenblusen und romantischen Kleidern ein. Ich habe heute deshalb auf meinem Nähblog eine Anleitung zum Rüschen nähen für euch parat.

Anleitung: Rüschen nähen und versäubern

Rüschen werden im Gegensatz zu Volants aus Stoffstreifen gefertigt. Sie haben also eine rechteckige Form und erhalten ihre schöne, gekräuselte Optik durch das Einreihen. Volants dagegen werden kreisrund zugeschnitten.

Wie lang muss der Stoff sein?

Die Maße für eure Rüsche entnehmt ihr normalerweise dem Schnittmuster. Wollt ihr selbst eine Rüsche entwerfen? Dann sollte der Stoff dabei etwa zwei- bis dreimal so lang sein wie die fertige Länge. Wollt ihr die Rüsche beispielsweise an eine Kante anbringen, die 20 cm lang ist, ist der Stoffstreifen für die Rüsche 40 bis 60 cm lang. Ob ihr euch für die doppelte oder die dreifache Länge entscheidet, kommt darauf an, wie stark die Rüsche gekräuselt sein soll. Bei stärkerer Kräuselung benötigt ihr auch mehr Stoff. Hinsichtlich der Breite müsst ihr beachten, dass zur Breite der Rüsche beim Nähen die Nahtzugabe hinzukommt. An der anderen Seite müsst ihr außerdem eine Zugabe für dei Versäuberung einplanen.

Kante der Rüsche versäubern

Um das Ende, das ihr später nicht annäht zu versäubern, stehen euch drei Möglichkeiten zur Verfügung. Ihr könnt die Kante entweder mit einem Rollsaum nähen, zweimal nach innen (in Richtung der linken Seite) umschlagen und mit einem Geradstich abgsteppen oder sie mit einem Zickzackstich versäubern. Ich erkläre euch im Folgenden die Variante mit der Versäuberung per Zickzackstich.

Ihr nehmt euren Stoffstreifen und schlagt die äußere lange Kante rund einen Zentimeter auf die linke Stoffseite um. Bügelt die Falte und steppt sie mit einem kleinen Zickzackstich in normaler Stichlänge ab. An Nahtanfang und Nahtende sichert ihr den Faden mit wenigen Vor- und Rückstichen. Dann versäubert ihr die Naht mit einer spitzen Schere, indem ihr den überstehenden Stoff so genau wie möglich bis zur Zickzacknaht abschneidet, ohne dabei die Naht zu schädigen. Achtet dabei auf Nähgarn, das farblich perfekt mit eurem Stoff harmoniert.

Stoff kräuseln und Rüsche annähen

Nun wendet ihr euren Stoffstreifen und könnt ihn kräuseln. Dafür stellt ihr an eurer Nähmaschine einen Geradstich mit größter Stichlänge ein und näht die obere Kante mit großen Stichen, ohne den Faden an Nahtanfang und -ende zu sichern. Steppt am Nahtanfang und -ende nicht vor und zurück, sondern näht einfach eine gerade Naht. Lasst dabei die Fäden lang genug, um sie später gut fassen zu können. Dicht neben diese setzt ihr eine zweite Naht. Nun könnt ihr die Unterfäden festhalten und euren Stoffstreifen darauf zusammenschieben, sodass eine Rüsche entsteht. Verteilt die Kräuselung dabei gleichmäßig, lasst aber an Anfang und Ende etwas Platz, damit hier später saubere Nähte genäht werden können. Die Fäden sichert ihr nun, indem ihr sie verknotet, damit auch die Rüsche nicht wieder auseinanderrutscht.

Rüsche

Die weitere Verarbeitung kann nun unterschiedlich ausfallen. Entweder steppt ihr die Rüsche rechts auf rechts an eine Kante, wendet sie dann und bügelt die Naht aus. Oder sie wird, wie in dem folgenden Foto, mit einem Besatz verarbeitet. Dann wird sie links auf rechts an die Kante genäht, die mit einem Belag oder auch mit Schrägband (je nach Verwendung) versäubert werden kann.

Viskose Bluse

Je nachdem, wie die weitere Verarbeitung erfolgt und wie leicht sich euer Stoff vernähen lässt, kann es hilfreich sein, die Rüsche vor dem Nähen zu heften. Ihr näht sie also per Hand mit einem Heftfaden an, der später einfach herausgezogen werden kann. Bei meiner Viskose-Bluse beispielsweise habe ich mich dafür entschieden. So konnte ich sichergehen, dass die Rüsche später wirklich so fällt, wie ich es mir wünsche.

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