Fototransfer auf Stoff – So gelingt das Übertragen von Motiven aus Zeitschriften

Per Fototransfer lassen sich Bilder auf Untergründe wie Holz, Leinwand, Pappe und vieles mehr übertragen. Ich wollte gern wissen, ob auch der Fototransfer auf Stoff funktioniert. Dabei hatte ich allerdings keine Fotos im Blick, sondern Bilder aus Zeitschriften. Auf meinem Nähblog zeige ich euch, was bei meinem Experiment herausgekommen ist.

Vorab ein kleiner Hinweis: Mit dem Foto-Transfer per Transfer-Medium werden Fotos und Bilder nicht perfekt übertragen. Die Methode ist eher für künstlerische Experimente geeignet. Wenn ihr euch ein exakteres Ergebnis wünscht, ist Transferfolie* sicher die bessere Wahl.

Was ihr für den Fototransfer benötigt:

Für den Foto-Transfer gibt es spezielle Medien, die auch unter dem Namen Foto-Transfer-Potch bezeichnet werden. Als Klassiker gilt dabei das Mod-Podge-Transfer-Medium*. Ich habe allerdings ein Produkt aus einem Bastelladen hier in Barcelona verwendet. Dabei handelt es sich um das Foto-Transfer-Medium von La Pajarita*. Bevorzugt ihr einen deutschen Anbieter, könnt ihr aber auch den Foto-Transfer von Kreul* nutzen.

Außerdem braucht ihr einen passenden Stoff, einen Pinsel, Schere und natürlich die Motive. Am besten eignen sich helle Stoffe, die eine glatte Struktur haben. Als Motive habe ich Zeitschriftenbilder gewählt. Diese sollten möglichst kontrastreich, nicht zu detailliert und in Hochglanz gehalten sein.

Motive per Fototransfer auf Stoff übertragen

Schritt 1: Motiv ausschneiden

Zuerst schneidet ihr die Motive so zurecht, wie ihr sie später auf dem Stoff haben möchtet.

Bild aus Zeitschrift Vogue

Achtet hierbei darauf, dass sie später spiegelverkehrt zu sehen sind. Schriftzüge und Ähnliches eignen sich also nicht. Legt euch den Stoff, am besten mit einer Unterlage wie Pappe zurecht.

Schritt 2: Foto-Transfer-Medium auftragen

Nun übertragt ihr das Foto-Transfer-Medium mit einem Pinsel auf den Stoff (dorthin, wo das Bild hin soll) und auf das Bild. Legt das Bild anschließend auf den Stoff und streicht es mit der Hand glatt.

Foto Transfer Medium
Foto-Transfer

Das sollte möglichst schnell gehen, denn das Papier weicht schnell durch und rollt sich dann gern ein.

Schritt 3: Trocknen lassen

Lasst den Stoff mit dem Motiv ausgiebig trocknen. Ich hänge ihn dafür zum Beispiel gern über Nacht auf. Ihr könnt aber auch einen Föhn nutzen, wenn es schneller gehen soll. Den Pinsel solltet ihr übrigens so schnell wie möglich gut auswaschen, um ihn später noch nutzen zu können.

Schritt 4: Papier anfeuchten

Sobald Stoff und Motiv trocken sind, feuchtet ihr das Papier mit einem Schwamm und Wasser an.

Papier mit Schwamm einweichen

Schritt 5: Rubbeln

Ist das Papier gut durchfeuchtet, rubbelt ihr es vorsichtig ab, bis das Motiv zum Vorschein kommt.

Papier abrubbeln
(Copyright-Hinweis: Bild aus der Vogue España Enero 2022; Foto: Sabrina Werner)

Das Rubbeln fand ich den allerschwierigsten Schritt. Gerade am Anfang wird es alles andere perfekt, es können Kratzer entstehen und das Ergebnis ist nicht immer, was es sein sollte. Für mich passt das zum gewünschten Vintage-Effekt und ich finde es spannend, wenn der Entstehungsprozess nicht immer gleich ist. Ihr solltet daher nicht enttäuscht sein, wenn es nicht beim ersten Mal wie geplant funktioniert.

Schritt 6: Motiv versiegeln

Lasst den Stoff und das Motiv erneut trocknen. Dann tragt ihr mit dem Pinsel erneut dünn das Transfer-Medium auf. Dadurch wird das Bild versiegelt und weiße Schlieren verschwinden. Nach dem Trocknen könnt ihr den Stoff weiterverarbeiten.

Bild mit Foto-Transfer auf Stoff übertragen

Ich habe mir zum Beispiel eine Tote-Bag mit Foto-Transfer-Motiv genäht und bin mit dem Ergebnis total glücklich.

Habt ihr schonmal mit Fototransfer auf Stoff experimentiert und könnt von euren Ergebnissen berichten?

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2 Antworten

  1. Och Gott, sieht das toll aus. Richtig Vintage 😍 Das wäre doch mal eine schöne Idee für ein personalisiertes T-Shirt.

    • swerner sagt:

      Ja, das stimmt, auf T-Shirts würde das sehr cool aussehen, leider wird das Motiv etwas hart und ist dann bestimmt nicht so bequem. Aber für Taschen finde ich es super cool 😉
      Für die Rückseite von einer Jeans-Jacke kann ich mir auch gut vorstellen, dass es funktioniert. 🙂

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