Bodenkissen nähen – rundes Sitzkissen mit Wohlfühl-Garantie

Bodenkissen sind super bequem. Höchste Zeit also, die Stoffkiste zu plündern und selbst ein Bodenkissen zu nähen! Mit dieser Anleitung geht das ganz einfach. Die Maße könnt ihr perfekt an eure eigenen Bedürfnisse anpassen und erhaltet ein cooles Sitzkissen, das genau zu euch und eurer Wohnsituation passt.

Sitzkissen nähen leicht gemacht

Die Sommerferien hier bei uns sind ganze drei Monate lang. Damit meine Nähmaschine in dieser Zeit nicht ganz verwaist, habe ich mein Kind nach Nähideen gefragt. Die Antwort kam schnell und bestimmt: Wir nähen ein großes Sitzkissen. „Soooooo groß muss es sein!“, rief mein Sohn und breitete die Arme aus, so weit er konnte. Groß und rund, war der Wunsch. Genial, dachte ich. Auf solch einem Mega-Sitzkissen kann er gemütlich fletzen und spielen, während ich in den nächsten Wochen irgendwie Job und Ferienkind unter einen Hut bekommen muss. Und ein gemeinsames Projekt für verregnete Tage war damit auch gefunden.

Bevor ich euch zeige, wie ihr solch ein Bodenkissen nähen könnt, hier noch schnell ein Blick auf das fertige Sitzkissen:

Bodenkissen nähen

Die Maße für unser Bodenkissen

Für unser Bodenkissen haben wir als Vorlage einen runden Spielteppich genommen, den wir haben und dessen Umrisse wir nachgezeichnet haben.

Demnach haben wir die folgenden Maße verwendet:

Durchmesser: 68 cm
Umriss: 214 cm
Höhe: ca. 15 cm

Um ein robustes Bodenkissen nähen zu können, empfiehlt es sich, erst ein Innenkissen und hierzu dann noch einen Bezug zu nähen. Ihr benötigt nach diesen Maßen also:

Aus dem Innenstoff:
2 x runden Stoffkreis für Innenkissen
1 x Stoffstreifen: 216 cm lang, 18 cm breit (inkl. Nahtzugabe)

Stoff für Bodenkissen

Aus dem Außenstoff:
2 x runden Stoffkreis für Innenkissen
Stoffstreifen: 216 cm lang, 18 cm breit (inkl. Nahtzugabe)
auf Wunsch: Reißverschluss (80 cm lang)

Bodenkissen mit eigenen Maßen nähen

Ihr könnt euch aber auch ohne Vorlage ganz einfach einen Kreis ganz nach gewünschter Größe zeichnen. Dafür benötigt ihr als Maß den Radius (Hälfte des Durchschnitts). Schneidet euch einen Faden zurecht, an den ihr einen Stift bindet und der, wenn ihr ihn festhaltet, so lang wie der gewünschte Radius ist. Haltet den Faden dort fest, wo der Mittelpunkt eures Kreises sein wird. Am besten bittet ihr dabei jemanden um Hilfe oder befestigt den Faden notfalls mit einer Reißzwecke oder Ähnlichem.

Nun könnt ihr den Faden straff ziehen und den Umkreis eures Kreises zeichnen. Möchtet ihr dies direkt auf dem Stoff machen, ohne vorher ein Schnittmuster auf Papier anzufertigen, könnt ihr direkt am Faden einen Trickmarker oder Schneiderkreide befestigen. In diesem Fall müsst ihr aber akribisch darauf achten, dass nicht nur der Faden gespannt bleibt, sondern auch der Stoff glatt.

Für den Stoffstreifen, der zwischen Ober- und Unterseite genäht wird, müsst ihr nun noch den exakten Umriss berechnen. Dafür nehmt ihr den genutzten Radius x 2, erhaltet also den Durchmesser. Den Durchmesser multipliziert ihr mit der Kreiszahl Pi (rund 3,14). Im Fall meines Bodenkissens mit einem Durchmesser von 68 cm beträgt der Umfang dementsprechend 213,5 cm, die ich auf 214 cm aufgerundet habe. Die Breite dieses Stoffstreifens entspricht der Höhe, die ihr euch für euer Sitzkissen wünscht. Wir wollten ein relativ flaches Kissen haben. Ihr könnt aber ebenso gut ein Bodenkissen nähen, das bis zu hockergroß ist. Gegebenenfalls müsst ihr dann nur mit mehr Füllung rechnen, damit es den nötigen Halt erhält.

Innenkissen nähen

Das Innenkissen näht ihr nun, indem ihr die Ober- und Unterseite durch den Stoffstreifen miteinander verbindet. Hierfür näht ihr zunächst den Mittelstreifen, der so lang wie euer Umriss + Nahtzugabe ist, zu einem Kreis zusammen. In meinem Fall habe ich also die kurzen Enden rechts auf rechts aufeinander genäht und den Streifen so zum Kreis geschlossen.

Diesen Kreis steckt ihr rechts auf rechts auf eine der Kissenseiten. Näht ihn mit einem Geradestich fest und versäubert die Naht mit einem Zickzackstich. Nahtanfang und -ende sichert ihr mit ein paar Vor- und Rückstichen.

Innenkissen nähen


Nun näht ihr an die offene Kante rechts auf rechts das zweite runde Schnittteil. Lasst dabei eine Wendeöffnung. Diese sollte so groß sein, dass ihr durch sie nicht nur den Stoff wenden, sondern das Bodenkissen auch gut füllen könnt.

Welche Füllung eignet sich für Bodenkissen?

Hinsichtlich der Füllung habt ihr mehrere Möglichkeiten. Für Sitzsäcke werden normalerweise EPS-Perlen* verwendet, die ihr gut auch für euer Bodenkissen nutzen könnt. Ein Standard-Sitzsack mit den Maßen 140 x 180 x 25 cm enthält normalerweise rund 380 l EPS-Perlen. Für ein rundes Bodenkissen mit meinen Maßen würde ich dementsprechend rund 35 l der EPS-Perlen benötigen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass es bei einem großen Sitzsack relativ viel ungefüllten Raum gibt. Je nachdem, wie gut gefüllt ihr euer Kissen haben möchtet, müsst ihr die Füllmenge dementsprechend anpassen.

Eine Alternative zu den EPS-Perlen sind Schaumstoffflocken*. Das Volumen sollte dabei dem der EPS-Perlen entsprechen. Für unser Bodenkissen habe ich mich letztlich für Visko-Schaumstoffflocken* entschieden. Mit 2 kg ist das Bodenkissen ausreichend gefüllt und trotzdem noch schön locker und fluffig. Wer sich ein richtig gut gefülltes Sitzkissen wünscht, braucht allerdings deutlich mehr (ich schätze, doppelt so viel). Generell ist es auf jeden Fall günstiger, lieber etwas mehr Füllung zu besorgen. So habt ihr später auch noch Material zum nachfüllen, zur Not könnt ihr aus dem Rest schöne Kissen für euch selbst oder zum Verschenken nähen.

Bodenkissen füllen

Euer Bodenkissen füllt ihr, nachdem ihr den Stoff durch die Wendeöffnung auf rechts gedreht habt. Nutzt ihr EPS-Perlen, könnt ihr euch aus Papier einen Trichter formen und dadurch das Kissen füllen. Unseren Schaumstoff haben wir per Hand hineinbefördert (auch eine schöne Ferienbeschäftigung fürs Kind ;-)). Da der Schaumstoff beim Auspacken doch recht intensiv roch, haben wir ihn auslüften lassen, bevor wir das Kissen geschlossen haben. Nach etwa anderthalb Tagen war der Geruch komplett verschwunden.

Die Wendeöffnung habe ich mit dem Leiterstich per Hand geschlossen. Damit ich eine robuste Naht erhalte, habe ich den Faden hierbei doppelt genommen. Für den Leiterstich stecht ihr den Faden von unten nach oben durch. Auf der gegenüberliegenden Seite stecht ihr ihn auf derselben Höhe wieder ein – und zwar von oben nach unten. Ein Stück weiter stecht ihr ihn auf derselben Stoffseite wieder aus. Nun stecht ihr genau gegenüber der Ausstechstelle auf der anderen Seite der Naht wieder ein. Den Faden zieht ihr straff, die Naht aber nur alle 3 bis 4 Zentimeter zu einer unsichtbaren Naht zusammen.

Leiterstich

Habt ihr die Naht geschlossen, ist euer Innenkissen auch schon fertig.

Bodenkissen mit Schaumstoff-Füllung

Bezug fürs Bodenkissen nähen

Nun könnt ihr euren Bezug fürs Bodenkissen genauso nähen wie das Innenkissen. Dann müsst ihr die Wendeöffnung lediglich so groß lassen, dass ihr das Innenkissen hindurch bekommt.

Ihr könnt euer Außenkissen aber auch mit einem Reißverschluss ausstatten. Hierfür habe ich mich entschieden. Dafür habe ich den Reißverschluss in den Stoffstreifen eingearbeitet, der zwischen Ober- und Unterseite eingenäht wird. Die Gesamtlänge für diesen Stoffstreifen ist bei mir 2,14 m plus Nahtzugabe (2 cm). Hiervon habe ich entsprechend der Reißverschlusslänge 80 cm abgezogen. Statt diese 80 cm als ganzen Stoffstreifen zu nehmen, hab ich ihn in die Mitte geteilt. Ich habe also den Reißverschluss einfach nur zwischen zwei 80 cm lange und ca. 8 cm breite Stoffstreifen genäht. An dem vorderen und hinteren Ende habe ich dann den restlichen Stoffstreifen angenäht.

Als Stoff eignet sich generell robuster Baumwollstoff, zum Beispiel Canvas. Ihr könnt Jeansstoffe, Kord oder sogar Outdoorstoffe verwenden. Besonders gut ist so ein großes Bodenkissen aber auch für Patchwork oder fürs Quilten geeignet. Ich habe die Gelegenheit genutzt und robuste Stoffreste mit der Quilt-As-You-Go-Methode verarbeitet, die Jera Brandvig in ihrem Buch Quilt-As-You-Go Made Modern* vorstellt.

Quilt as you go

Als Vorlage habe ich den Innenstoff genommen. Ich hatte außerdem noch Volumenvlies-Rest übrig. Die habe ich zu gleich großen Quadraten geschnitten. Bei der Menge der Quadrate war lediglich zu beachten, dass zu jeder Seite eine Nahtzugabe hinzuzufügen ist. Diese Quadrate habe ich mit der Quilt-as-you-go-Methode mit Stoffresten bestückt und zusammengenäht. Das Top habe ich dann noch in Form geschnitten und mit dem Seitenstreifen vernäht.

Für die Unterseite habe ich einen roten Outdoor-Stoff verwendet, der robust ist und sich auch mal abwischen lässt.

Unterseite vom Sitzkissen

Durch das Volumenvlies und das Quilt-Top ist das große, runde Sitzkissen noch gemütlicher geworden (und meine Stoffkiste gleich ein wenig leerer).

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