Gefütterte Hose nähen

Ihr wollte eine gefütterte Hose für euch oder eure Kinder nähen? Dann braucht ih dafür weder viel Zeit noch Massen an Stoff. Auch wenn es auf den ersten Blick kompliziert scheint, mit dem richtigen Schnittmuster erhaltet ihr recht schnell und einfach wärmende Winterkleidung.

gefütterte Hose nähen

Für gefütterte Hosen zu nehmen, nutze ich das einfachste Schnittmuster, das es gibt, einen Schnitt für eine Pumphose. Ich nähe die Hosen seit Jahren nach einem Schnittmuster von Happy Pearl, der Happy Ben(te). Den Schnitt habe ich mittlerweile vergrößert, sodass die Hose meinem 12-Jährigen auch in den Größen 164 bis 176 noch prima passt.

Für Erwachsene eignet ebenfalls ein Schnittmuster für eine Pumphose, aber auch für jeden anderen Schnitt, der keinen Reißverschluss erfordert und die nötige Weite mit sich bringt.

Schnittmuster für Winterhose ändern

Neben der Größenänderung, die je nach Schnittmuster und Größe ja nicht zwingend nötig ist, habe ich eine weitere Änderung vorgenommen. Diese betrifft die Hosenbeinweite. Das Hosenbein bei der Pumphose ist perfekt für leichte Sommerhosen, vor allem auch, wenn die Hosenbeine mit einem Bündchen abschließen. Mein Junior wollte aber gern eine Hose, die unten ohne Bündchen endet. Zu viel Weite sorgt bei einer Winterhose außerdem dafür, dass viel zu viel Stoff vorhanden ist, was wiederum die Schwere beeinflusst. Daher habe ich das Hosenbein von der Hüfte an etwas schmaler und „gerader“ gestaltet. Das funktioniert ganz einfach mit einem langen Lineal, ohne dass dadurch die Hüftweite verändert wird.

Außerdem habe ich in der Länge rund fünf Zentimeter hinzugegeben. Dafür ist es aber günstig, die Innenbeinlänge zu messen. Zu dieser Länge kommt bei der Berechnung der Hosenlänge vom Schritt an gesehen die Nahtzugabe sowie die Zugabe für den Saum hinzu. Ich habe insgesamt 10 cm hinzugegeben, um genug Spielraum zu haben, auch wenn das Kind wieder einen Wachstumsschub haben sollte. Diese Zugabe kann bei Erwachsenen natürlich kleiner ausfallen. Hier dürfte je nach Nahtzugabe 4 bis 5 cm ausreichend sein.

Dieses Material benötigt ihr für eine gefütterte Hose

  • Stoff für die Außenhose
  • Stoff für das Futter bzw. die Innenhose
  • Bündchenstoff
  • Elastisches Gummiband (4 mm)
  • Nähgarn
  • Schnittmuster für eine Pumphose

Gefütterte Hose nähen – Schritt für Schritt erklärt

1. Stoff zuschneiden

Als erstes schneidet ihr den Stoff für die Winterhose zweimal zu: einmal für die Außenhose, das zweite Mal für die Innenhose.

Welche Stoffe sind für eine gefütterte Hose geeignet?

Bei uns hat sich am meisten die Kombination Stretchcord mit Jersey bewährt. Der Cordstoff ist nicht zu schwer, aber dennoch ausreichend robust. Der Jersey dagegen wunderbar weich und nicht zu dick. Achtet bei der Auswahl darauf, recht dünnen Jersey zu verwenden. Für diese Stoffe habe ich beim Nähen eine Stretchnadel genutzt. Die Nähte habe ich mit der Overlock versäubert.

Wenn ihr ausschließlich Webware nutzen wollte, hat sich bei uns die Kombination von Jeansstoff für außen und Flanell für innen bewährt. Dabei sollte der Jeansstoff aber nicht zu dick sein, damit die Hose nicht zu schwer wird. In diesem Fall könnt ihr eine Universalnadel nutzen.

2. Beide Hosen nähen

Aus dem Innenstoff sowie dem Außenstoff näht ihr zunächst getrennt voneinander eine Hose. Das heißt im Fall der Pumphose, ihr schließt die Innenbeinnähte und die Schrittnaht.

Bündchen und Beinsäume bleiben zunächst offen.

3. Hosen ineinanderfügen

Nun steckt ihr die Innenhose in die Außenhose. Dabei ist die Außenhose auf rechts gedreht. Die Stoffe liegen links auf links aufeinander. Ihr dreht die Innenhose also so, dass die schöne rechte Stoffseite später die Seite ist, die innen zu sehen sein wird.

4. Bündchen vorbereiten

Beide Hosen werden per Bündchen miteinander verbunden. Dafür schließt ihr den Bündchenstoff zu einem Schlauch. Ich verstärke den Bund zusätzlich mit einem elastischen Gummiband, damit später nichts rutscht. Dafür schließe ich den Gummi ebenfalls zu einem Kreis und schiebe in in das Bündchen, bevor ich es falte.

Nun klappt ihr das Bündchen zusammen, sodass die offenen Kanten aufeinanderliegen. Das Bündchen markiere ich mit Stoffklammern gleichmäßig an vier Stellen.

5. Bündchen annähen

Den Außenstoff und das Futter behandelt ihr im nächsten Schritt nun so, als wäre es eine Einheit. Ihr könnt das Bündchen also einfach an beide Stoffe zusammengefasst anstecken. Ihr könnt aber vorab auch erst einmal Außenstoff und Innenstoff mit einer elastischen Naht zusammennähen.

Ich habe hier alle drei Schichten: das Bündchen, den Außenstoff und das Futter zusammengesteckt und mit einem elastischen Stich genäht. Die Naht habe ich im Anschluss mit der Overlock versäubert und fertig war der Bund:

6. Beinsäume nähen

Jetzt fehlen nur noch die Säume an den Beinen. Dafür habe ich die beiden Stofflagen unten festgesteckt und rundum versäubert.

Dann habe ich den gemeinsam versäuberten Saum nach innen gesteckt und von außen mit einer elastischen Naht genäht. Ihr könnt aber auch eine gerade Naht nutzen.

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