Cord – der Trendstoff für die warme Jahreszeit

Cord ist ein Stoff, der bei mir jedes Jahr aufs Neue unter der Nadel landet. Der traditionell aus reiner Baumwolle bestehende Stoff ist robust. Dabei ist er trotzdem wunderbar weich. Perfekt, um daraus die unterschiedlichsten Dinge zu nähen! Was ihr dabei beachten müsst, erfahrt ihr natürlich auf meinem Nähblog.

Hose und Beanie aus Cord

Was ist Cordstoff?

Cord, auch Cordsamt genannt, ist ein Florgewebe, das sich durch Rippen in Längst-Richtung auszeichnet. Sie geben ihm eine ganz besondere Optik und können grob, aber auch sehr fein ausfallen. Die Rippen ergeben sich dadurch, dass die Schussfäden, auf denen der Flor liegt, reihenweise frei liegt. Sie werden aufgeschnitten und die Enden werden aufgebürstet. So entstehen Längst-Rippen.

Cordstoff
Cord zeichnet sich durch seine samtige Oberfläche und die typischen Rippen aus. (Bild: Sabrina Werner)

Der Stoff fühlt sich samtartig an und besteht meist zu 100 % aus Baumwolle. Es gibt allerdings auch Cord mit Polyester-Anteil oder Stretchcord mit Elasthan-Anteil. Welche Zusammensetzung für euch persönlich die richtige ist, kommt ganz auf das Projekt und eure Ansprüche an.

Ich persönlich verwende meistens Cord aus 100 % Baumwolle. Wenn ich einen Stoff mit Elastizität benötigt, nehme ich auch gern Stretchcord. Dabei liegt der Elasthan-Anteil in der Regel zwischen 2 und 5 %. Je höher er ist, desto elastischer ist der Stoff.

Diese Cord-Arten gibt es

Cord kommt in den unterschiedlichsten Farben und Mustern daher. Er wird nach der Breite seiner Rippen unterschieden. Die verschiedenen Cord-Arten findet man unter den Begriffen Breitcord, Feincord, Babycord, Trenkercord, Genuacord und Babycord.

Beim Breitcord, auch Trenkercord genannt, sind die Rippen breiter als bei anderen Cord-Arten. Auf 10 cm finden sich hierbei ca. 20 bis 25 Rippen. Der Stoff fällt etwas gröber aus, gilt aber auch als robuster. Er wird zum Beispiel gern für Zunftkleidung verwendet, wie man sie unter anderem von Zimmerern kennt.

Genua-Cord hat schmalere Rippen als Trenkercord. Bei ihm finden sich auf 10 cm Stoff rund 24 bis 43 Rippen. Damit fällt er feiner aus als Trenkercord, aber gröber als Fein- oder Babycord.

Babycord, auch Feincord genannt, kommt viel bei Kinderkleidung zum Einsatz. Er wirkt mit 45 bis 50 Rippen auf 10 cm feiner als die anderen Cordstoffe und ist besonders angenehm zu tragen. Allerdings ist er auch weniger robust als dies zum Beispiel bei Trenkercord der Fall ist.

Modisches Highlight ist Fancy Cord. Bei diesem Stoff fallen die Rippen in unterschiedlicher Breite aus. Sie sorgen damit für eine dynamische, modische Optik.

Nähen mit Cord – auf die Strichrichtung kommt es an!

In jedem Fall solltet ihr den Stoff vor dem Verarbeiten waschen. Cord besteht aus Baumwolle und läuft daher normalerweise etwas ein. Der Flor fusselt häufig, deshalb tut ihr eurer Waschmaschine einen Gefallen, wenn ihr den Stoff vor dem Waschen an den Kanten fix versäubert. Das dauert nicht lang und reduziert die Fusseln deutlich.

Beim Zuschneiden gilt das gleiche wie für andere Florgewebe auch. Cord-Stoffe haben eine Strichrichtung, die man sowohl beim Zuschneiden als auch beim Nähen beachten sollte. In welche Richtung der Flor verläuft, lässt sich sehen, aber auch einfach spüren. Fährt man mit der Hand „mit dem Strich“ über den Stoff, fühlt er sich weich und glatt an. Gleitet die Hand „gegen den Strich“ über den Stoff, stellen sich die Härchen des Flors auf und man spürt einen leichten Widerstand.

Je nach Strichrichtung wirkt die Farbe von Cord etwas unterschiedlicher. Daher ist es in jedem Fall unabdingbar, die Schnittteile in der gleichen Schnittrichtung zuzuschneiden. Cord-Arten mit breiten Rippen, also Breitcord und Trenkercord werden in der Regel mit dem Strich zugeschnitten. Kurzflorigere Cordstoffe wie Babycord dagegen schneidet man gegen den Strich zu. Das solltet ihr beim Auflegen der Schnittteile beachten. Achtet zudem darauf, alle Schnittteile wirklich in die gleiche Richtung zu legen, denn sonst fallen sie nach dem Nähen durch unterschiedliche Farbtöne auf.

Bügel – mit oder ohne Dampf?

Bügeln solltet ihr immer von links, um nicht den schönen samtigen Glanz der Oberfläche zu beschädigen. Ihr könnt beim Bügeln Dampf verwenden, solltet dabei aber ein feuchtes Tuch nutzen. Dieses verteilt den Druck beim Austritt des Dampfes und garantiert ein gleichmäßiges Erscheinungsbild.

Die Bügelunterlage sollte so beschaffen sein, dass das Florgewebe auf der rechten Stoffseite nicht plattgedrückt wird. Ihr könnt zum Beispiel einfach ein Frottee-Handtuch auf eurem Bügelbrett ausbreiten und den Cordstoff darauf bügeln.

Gut stecken und Verrutschen vermeiden

Durch die Rippen kann es schnell dazu kommen, dass Stofflagen, die rechts auf rechts aufeinander liegen, leicht verrutschen. Daher solltet ihr Cord gut stecken. Große Lücken solltet es zwischen den einzelnen Stecknadeln nicht geben. Zugleich lohnt es sich, bei den Stecknadeln eine gute Qualität zu verwenden.

Was ihr aus Cord alles nähen könnt

Cord ist für die verschiedensten Projekte geeignet. Der absolute Klassiker sind natürlich Hosen aus Cord. Der Stoff ist aber auch geeignet für:

Cordhosen trage ich schon seit Jahren sehr gern, daher durften sie auch auf meiner Nähliste nicht fehlen:

Cordhose nähen

Schön finde ich Cord aber auch für Kleider. Hier zum Beispiel sehr ihr mein Cord-Kleid in Bordeaux-Rot, das ich in Frühjahr und Herbst wahnsinnig gern trage.

Kleid im 60er-Jahre-Stil nähen

Welche Erfahrungen habt ihr mit Cord bisher gemacht? Habt ihr euch an den Stoff schon einmal herangetraut?

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