Nähen mit Baumwolle – afrikanische Wax Prints

Auf meinem Nähblog habt ihr vielleicht schon mal Projekte mit afrikanischen Waxprints entdeckt. Wir lieben die leuchtenden Farben und die auffälligen Muster und da ich ohnehin gern mit Baumwolle nähe, nutze ich afrikanische Waxprints gern zum Nähen für Erwachsene, aber auch zum Nähen für Kinder. Heute zeige ich euch daher nicht nur unser neuestes Nähprojekt, sondern erzähle euch auch, woher die Stoffe stammen und was Wax Print Fabrics eigentlich sind.

Farbenfroh, fröhlich und vielseitig – so kommen afrikanische Wax Prints daher. Die Stoffe bestehen aus Baumwolle und eignen sich somit im Grunde für alle Schnittmuster und Nähprojekte, die zum Nähen mit Webware geeignet sind. Ich mische die afrikanischen Wax-Prints gern mit Schnittmustern, die Elemente anderer Kulturen beinhalten. Oben im Bild seht ihr beispielsweise eine einfache Kimono-Bluse. Entstanden ist aber auch schon eine luftige Sommerhose oder aber ein Kinderhemd mit Polo-Ausschnitt und kleinem Stehkragen.

Tipps zum Nähen mit African Wax Print Fabrics:

Wie jeder Baumwollstoff, können auch die Wax-Print-Stoffe verhältnismäßig stark einlaufen. Daher ist das Vorwaschen bei diesen Stoffen unverzichtbar. Anfangs können sich die Stoffe zudem recht hart und rau anfühlen. Nach mehrmaligem Waschen werden sie dann aber leicht und weich, wie man es von 100-prozentigen Baumwollstoffen gewohnt ist. Beim Zuschneiden gilt, was bei allen gemusterten Stoffen zu beachten ist: Das Muster sollte sich fortlaufend wiederholen, in dieselbe Richtung verlaufen und man sollte nicht im Stoffbruch zuschneiden, da man dabei nicht sehen kann, wie das Muster verläuft. Das wichtigste (meiste das vordere Schnittteil) schneidet ihr am besten zuerst zu. Bei den weiteren Schnittteilen richtet ihr euch hinsichtlich des Musters an der künftigen Naht (nicht an der Nahtzugabe) aus.

Die Ursprünge der afrikanischen Wax-Print-Stoffe

Anders, als ihr Name es vermuten lässt, kommt afrikanische Stoffe nicht aus Afrika. Anne Grosfilley, Autorin des Buches African Wax Print Textiles*, beschreibt, wie sie in Afrika bei der Suche nach „afrikanischen Stoffen“ gefragt wird, ob sie denn niederländische oder englische Wax Prints bevorzuge und so entdeckt, dass die Stoffe in Europa produziert werden.

Seine Ursprünge hat der afrikanische Wax Print in Indonesien. Hier produzierten die Europäer im 19. Jahrhundert Batiken zu günstigen Preisen. In Afrika sind diese farbintensiven Stoffe so beliebt geworden, dass der „heiße“ Kontinent als Bestandteil in ihre Bezeichnung eingegangen ist. Die renommiertesten Waxprints allerdings stammen aus den Niederlanden.

Auf Java entwickelten die Niederländer im 19. Jahrhundert eine ehrgeizige Industrie- und Handelsstrategie und nutzen die indonesischen Prints, bei denen Wachs zunächst noch als Muster per Hand aufgebracht wurde. Hierbei handelt es sich um eine sogenannte Reservetechnik. Die Wachs-Muster werden beim Färben ausgespart, sodass diese Stellen auf dem Stoff heller erscheinen und auf beiden Seiten des Stoffes schöne Prints entstehen. Die Qualität der so bedruckten Stoffe war weltweit anerkannt, allerdings waren die Preise auch recht hoch. Dementsprechend erhöhten die Textilkünstler aus Indonesien schnell ihre Produktivität, indem sie das Wachs mit Stempeln aus Kupfer aufbrachten.

Kinderhemd aus afrikanischem Wax Print Stoff

In Afrika, wo die Stoffe Ende des 19. Jahrhunderts erstmals landeten, erfreuten sich die farbenfrohen Designs schnell einer hohen Beliebtheit und wurde schnell auch in anderen Ländern Europas produziert und zum „Exportschlager“. Einer der bekanntesten Hersteller ist allerdings nach wie vor die niederländische Firma Vlisco. Seit dem 1846 produziert das Unternehmen afrikanische Wax Prints in Helmond (Niederlande) und hat bisher nach eigenen Angaben mehr als 350.000 Textildesigns kreiiert, die von der afrikanischen Kultur inspiriert sind und in Anlehnung an die indonesische Handwerkskunst entstehen.

Literatur:

Christelle Beneytout: Der richtige Stoff für Ihr Nähprojekt, Stiebner, 2015.

Anne Grosfilley: African Wax Print Textiles, Prestel, 2018.

* Hinweis: Die gekennzeichneten Links sind Affiliate Links. Ich bekomme von meinem Affiliate-Partner eine kleine Provision, wenn du über die Links etwas bei ihm bestellst. Für dich ändert sich dabei nichts am Preis und dir entstehen keine Nachteile. Mir helfen die Einnahmen bei der Finanzierung meines Blogs, meine Meinung wird durch die Affiliate-Partnerschaft aber nicht beeinflusst und meine Empfehlungen beruhen ausschließlich auf meinen eigenen Erfahrungen.

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.