Bauchtasche aus Stoffresten nähen

Ich war es satt! Zum Joggen habe ich mir mal eine Bauchtasche gekauft, die zwar leicht und praktisch ist, in die aber einfach nichts hineinpasst. Selbst mein Handy muss ich hineinquetschen und wenn dann noch der Schlüssel rein soll, dann muss ich schon am Reißverschluss zerren. Ihr merkt – ich war genervt. Aber da lagen immer noch ein paar Jeansreste bei mir rum und so langsam wurden meine Ideen, was man aus alten Jeans nähen kann, weniger. Bing! „Für eine Bauchtasche reichen bestimmt auch die letzten Stoffreste noch!“, dachte ich. Also habe ich mich „frei Schnauze“, wie man in meiner Brandenburger Heimat so sagt, an die Arbeit gemacht und aus Stoffresten und letzten Jeans-Patches eine Bauchtasche gezaubert. Wie? Das verrate ich euch natürlich auch!

Bauchtasche
Meine Bauchtasche aus Jeansresten hat eine hübsche Applikation aus dem Kirschstoff erhalten.

Wie ich die hübsche Applikation auf den Stoff bekommen habe, habe ich euch ja vor Kurzem schon einmal gezeigt. Ich finde, zu meinem Sommertop mit Kirschmuster und Jeans passt die Bauchtasche mit der Applikation super. Jetzt aber zur Anleitung…

1. Stoffreste ans Schnittmuster anpassen

Bauchtasche aus Jeansresten
Mit der Applikation sieht die Bauchtasche gleich viel fetziger aus.

Ich habe erst einmal Stoffreste herausgesucht, die der Größe nach zu meinem Projekt passen. Dann habe ich sie zu einem größeren Stoffteil zusammengenäht und nach dem Schnittmuster, das ich vorher selbst entworfen habe, zugeschnitten.

aus alten Jeans nähen

Die Stoffreste werden zum Zusammennähen rechts auf rechts gelegt, sodass die „schönen“ Seiten aufeinanderliegen und man den Stoff auf der späteren Innenseite zusammennäht.

2. Reißverschluss einnähen

Reißverschluss einnähen

Die Vorderseite der Bauchtasche besteht im Grund aus drei Teilen: dem unteren, größten Stoffteil, dem Reißverschluss und dem oberen Stoffstreifen. An den Reißverschluss habe ich an den beiden Enden einen schmalen Stoffstreifen angenäht. Dann habe ich ihn rechts auf rechts an den unteren Stoffteil der Bauchtasche genäht.

Reißverschluss einnähen
Es ist das erste Mal, dass ich einen Reißverschluss mit der Maschine einnähe.

Für mich war es das erste Mal seit Jahrzehnten, dass ich einen Reißverschluss mit der Nähmaschine genäht habe. Das funktioniert mit dem Reißverschlussfuß der Nähmaschine aber super. Wenn ihr nicht genau wisst, wie das geht, schaut unbedingt in die Anleitung eurer Nähmaschine. Das ist meistens super erklärt, wie man einen Reißverschluss einnäht. Den oberen Stoffstreifen der Vorderseite der Bauchtasche habe ich ebenfalls aus kleinen Jeans-Resten zusammengenäht. Dann wird der Streifen rechts auf rechts an den Reißverschluss genäht.

Bauchtasche
Das Vorderteil ist fast fertig.

Nachdem das Vorderteil der Bauchtasche fertig war, habe ich das Rückteil aus den Resten einer alten Cordhose zusammengesetzt. Da hier kein Reißverschluss einzunähen war, war das ganz einfach und ging ziemlich schnell.

3. Rückseite der Bauchtasche nähen

Der Gurt der Bauchtasche besteht ebenfalls aus Stoffresten. Ein Grund für mein Vorhaben, mindestens ein Jahr lang zu nähen statt zu kaufen, war der Aspekt der Nachhaltigkeit. Dazu gehört meiner Meinung nach aber eben auch, öfter mal zu überlegen, was man wie wiederverwerten kann, statt neu zu kaufen und beim Nähen ist man auch unglaublich schnell dabei, Geld für Zubehör auszugeben. Das wollte ich bei der Gürteltasche vermeiden und habe daher überlegt, wie ich möglichst viele Stoffreste verwerten kann und auf den Kauf von Zusätzlichem verzichten kann.

Den Gurt habe ich daher wie folgt genäht: Ich habe zwei Stoffe herausgesucht, die sich meiner Meinung nach dafür eigneten. Einer davon war der Cordstoff, den ich auch für die Rückseite der Bauchtasche verwendet habe. Es waren Stoffreste einer alten Cordhose. Der andere Stoff ist ein Jerseystoff, der von einem alten Kinderschlafanzug stammt. Der ist viel dünner, eignet sich aber super für die Innenseite des Gurtes, weil er so schön weich und anschmiegsam ist. Die Stoffreste habe ich in der Breite zugeschnitten, die die Bauchtasche vorgibt. Die Länge ergibt sich aus dem persönlichen Hüftumfang plus rund 10 cm. Habt ihr einen Hüftumfang von 100 cm, braucht ihr also insgesamt 110 cm, die sich in zwei Teile aufteilen. Für eine Seite sind das rund 20 cm, für die andere Seite 90 cm.

Die Stoffstreifen für die Innenseite habe ich rechts auf rechts an die Innentasche genäht. Also den längeren Stoffstreifen an die rechte Seite, den kürzeren auf die linke Seite. Die Stoffstreifen für die äußere Gurtseite habe ich an die Vordertasche genäht, ebenfalls rechts auf rechts. Nun wird das Ganze komplett rechts auf rechts zusammengenäht. Das heißt, ihr legt beide Seiten der Bauchtasche rechts auf rechts aufeinander, die Stoffstreifen für die Gurte liegen ebenfalls rechts auf rechts aufeinander. Nun näht ihr alle Kanten mit einem Geradestich aufeinander und versäubert die Nähtzugabe. Durch den Reißverschluss könnt ihr die Bauchtasche auf rechts drehen. Als Verschluss habe ich an die Enden Druckknöpfe angebracht.

Ich finde, für eine Bastelarbeit aus Stoffresten ist meine Bauchtasche ganz gut gelungen und sie ist super bequem zu tragen. Hinein passt genau das, was hinein soll: das Handy, mein Schlüsselbund, Taschentücher und sogar noch ein Lippenstift 😉

Bauchtasche
In der Bauchtasche ist genügend Platz für Handy, Schlüssel und Taschentücher.

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