Den perfekten Rock für den Winter nähen…

…oder: Wie vermeide ich Niederlagen beim Nähen?

Gerade Nähanfänger machen gern mal die Erfahrung, dass das Nähen viel einfacher scheint, als es tatsächlich sein kann. Daher möchte ich heute auf meinem Nähblog von meinen Niederlagen beim Nähen erzählen. Dabei erfahrt ihr auch, wie ich zufällig dazu gekommen bin, mir den perfekten Rock für den Winter zu nähen.

Egal, ob man beim schaumigen Milchkaffee durch die neuesten Nähzeitschriften blättert oder auf der Couch durch Instagram-Posts scrollt – coole Schnittmuster scheinen wie Pilze aus dem Boden zu schießen und die Ideen für neue Projekte gehen nie aus. Dabei lassen sich allerdings nicht alle Nähprojekte so schnell und einfach realisieren, wie es auf den ersten Blick scheint. Vor allem bei Kleidern ist es mir am Anfang immer mal wieder passiert, dass irgendetwas nicht perfekt stimmte. Am Bauch zu weit, am Saum zu kurz, die Arme zu lang – tatsächlich habe ich dank solcher „Sperenzchen“ den tollen Rock nähen können, den ihr oben im Foto seht.

Eigentlich sollte aus dem Jaquard-Strick ein Kleid werden, bei dem mir am Ende die Ärmel aber nicht gefielen. Also habe ich irgendwann einfach zur Schere gegriffen, das Oberteil vom Unterteil getrennt und den Rock mit einem breiten Gummibund ausgestattet. So ist aus einer absoluten Niederlage beim Nähen und Frust über das (misslungene) Ergebnis eines meiner absoluten Lieblings-Kleidungsstücke entstanden.

Ich trage den Rock vor allem dann gern, wenn es zu kühl für Schickeres ist, der Anlass zu festlich, um in schlichten Jeans zu erscheinen, man aber auch nicht „overstyled“ erscheinen möchte. Perfekt zum Beispiel, wenn man zu einer Vernissage eingeladen ist.

Mit Planung zum Erfolg

Obwohl sich auch aus misslungenen Nähprojekten noch etwas zaubern lässt, kann man mit etwas Vorplanung doch vermeiden, dass es überhaupt erst soweit kommt. Ein paar Dinge, die ihr auf jeden Fall beachten solltet, wenn ihr euer Nähprojekte plant, sind:

  • Achtet bei der Stoffauswahl auf die Empfehlungen zum Schnittmuster. Möchtet ihr nicht auf dieselben Materialien zurückgreifen, achtet auf ähnliche Eigenschaften, einen ähnlichen Takt und einen ähnlichen Fall sowie darauf, ob es sich um Webware oder um dehnbare Stoffe handeln sollte.
  • Bevor ihr mit dem Nähen anfangt, achtet darauf, dass ihr alle Materialien in der ausreichenden Menge da habt. Nichts ist ärgerlicher als mitten im Projekt aufhören zu müssen, weil euch plötzlich der passende Faden fehlt, ihr nicht genügend Knöpfe habt oder den Reißverschluss in der falschen Länge gewählt habt.
  • Vergleicht eure Maße mit der zum Schnitt gehörenden Maßtabelle, gleicht eure Maße aber immer auch mit dem Schnittmuster ab. Dabei solltet ihr beachten, dass Schnittmuster immer eine Bequemlichkeitszugabe beinhalten und abgleichen, ob die Nahtzugabe ebenfalls bereits enthalten ist oder noch hinzugefügt werden muss.
  • Bei aufwendigen Stoffen lohnt es sich, die Nähte mit Heftfaden zu heften statt mit Klammern oder Stecknadeln, bevor man sie näht. So könnt ihr das Kleidungsstück nach jedem Arbeitsschritt anprobieren und sichergehen, dass es am Ende wirklich passt.
  • Gerade bei Kleidern, Overalls und Ähnlichem schwören manche darauf, ein Probestück aus einem preiswerten Stoff anzufertigen. Sind Änderungen notwendig lassen sie sich daran ganz einfach ausprobieren und später direkt umsetzen.

Und wenn es trotz sorgfältiger Planung zu einer „Niederlage“ beim Nähen kommen sollte, sehe ich das gern als Lernschritt auf dem Weg zu erfolgreichen Kleidungsstücken, die wirklich zu mir passen, bequem sind und vor allem alles andere als Fast Fashion!

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