10 Monate Nähblog: kreativ durch die Corona-Krise

Es ist ruhiger geworden auf meinem Nähblog. Kreativ gewesen bin ich trotzdem und auch meine Nähmaschine ist fleißig weiter gerattert. Doch die Corona-Krise hinterlässt ihre Spuren. Mit Kind und Home-Office bleibt eindeutig weniger Zeit zum Nähen. Eine echte Herausforderung für unser shoppingfreies Jahr! Dass wir es auch in diesem Monat geschafft haben, zu nähen statt zu kaufen, ist zum Teil einem Neuzuwachs zu verdanken, den ich euch heute vorstellen möchte.

Meine neue Overlock – Juki MO-4S

Ich bin ewig ohne Overlock ausgekommen. Im Nachhinein war das gut so, denn so habe ich gelernt, wirklich saubere Abschlüsse zu nähen und habe meine Nähmaschine wirklich in- und auswendig kennengelernt. Irgendwann kommt man um eine Overlock trotzdem nicht herum. Jedenfalls dann nicht, wenn man wirklich alles selber näht. Wer sich hübsche Kleider oder Hosen für die Kids nähen möchte, Kleidung aber sonst auch noch im Geschäft einkauft, kann sicher gut darauf verzichten. Doch wenn man auch die Basics aus Jersey selbst nähen möchte, braucht man irgendwann einfach eine Maschine, die robuste elastische Nähte erzeugt.

So viel möchte ich euch an dieser Stelle gar nicht über die Juki MO-4S erzählen. Es gibt ein tolles Video von Nähtinchen, in dem ihr alles Wichtige erfahrt und in dem super nett und anschaulich erklärt wird, wie man die Fäden einfädelt. Ich selbst habe etwa ein halbes Jahr Maschinen verglichen, Bewertungen gelesen und Bekannte und Freunde nach Erfahrungen gefragt, bevor ich mich für ein Modell entschieden hab. Empfohlen wurde mir häufig Bernina, aber ich habe mich am Ende aus zwei Gründen für diese Juki entschieden. Zum einen war das der Preis. Ich wollte einfach keine 2.000 Euro für eine Overlock ausgeben, aber trotzdem eine gute Maschine haben. Bei meiner normalen Nähmaschine bin ich gut damit gefahren, ein gutes Modell zu kaufen, aber auf Zusatzfunktionen zu verzichten. Damit habe ich eine robuste Maschine, die nicht alles kann, aber zuverlässig läuft und einfach zu bedienen ist. Bei der Overlock habe ich mir genau das gewünscht und auch bekommen. Mit der Juki MO-4S kann man elastische Stoffe zuverlässig nähen, Webstoffe versäubern und einen Rollsaum nähen. Das Einfädeln ist wirklich einfach und ich habe sie eingefädelt geliefert bekommen, sodass ich nur noch den neuen Faden anknoten musste.

Der Mai auf meinem Nähblog

Während überall in Deutschland und auch in vielen Regionen Spaniens die Corona-Lockerungen voranschreiten, gibt es hier in Barcelona als eine der am stärksten betroffenen Regionen noch immer strenge Beschränkungen. Die Kinder dürfen nicht in Schule oder Kindergarten, Notbetreuungen für berufstätige Eltern gibt es nicht – selbst dann nicht, wenn die Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten. Das führt dazu, dann wir hier seit fast drei Monaten Home-Office und Kinderbetreuung managen müssen – beides in Vollzeit. Auch den Unterricht müssen wir Eltern übernehmen und die Kinder dürfen lediglich zwischen 12 und 19 Uhr für maximal eine Stunde nach draußen. Dabei dürfen sie sich nur im Umkreis von einem Kilometer von ihrem Zuhause bewegen. Alles, was damit am Wochenende etwas Abwechslung in den doch recht angespannten Alltag bringen würde, entfällt damit. Radtouren, Ausflüge in die Natur, größere Laufrunden, ein Sonntag-Vormittag am Strand. Aber ab Montag wird alles anders und wir dürfen uns wieder zu jeder Zeit recht frei bewegen. Das erste, was nach Feierabend auf dem Plan steht, ist dann definitiv ein Strandspaziergang.

Alles in allem bleibt also wenig Zeit zum Nähen, aber von meinem Vorhaben, mindestens ein Jahr lang keine Kleidung mehr zu kaufen, bin ich trotzdem nicht abgerückt. Der Sommerkleiderschrank ist noch recht dürftig gefüllt. Natürlich musste ich auch erst einmal meine Overlock ausprobieren und habe ein paar Basics genäht, die schon lange auf dem Plan standen. Ein schlichtes Shirt nach dem Schnittmuster aus der Burda 7/2019 ist aus einem gepunkteten Jersey entstanden.

Shirt nähen aus Jersey

Den Jersey hatte ich schon ewig in meiner Restekiste und war nicht so sicher, wie er angezogen wirken würde, bin von dem Ergebnis aber ganz angetan. Ein schönes Basic-Shirt für jede Jahreszeit, das schlicht und alltagstauglich ist.

Für meinen Sohn, dem ständig die Hosen zu kurz werden und der es am liebsten bequem mag, habe ich eine Jogginghose genäht. Dazu gleich noch ein Kapuzenshirt, für das ist Reste des Sweatstoffes für die Jogginghose mit meinem Jacquard aus einem recyceltem Baumwoll-Mix vernäht habe.

für Kinder nähen

Die Stoffe habe ich alle bei www.stoffe.de* gekauft.

Kreative Familienzeit – Stoff bedrucken

In den letzten Wochen waren wir viel gemeinsam kreativ. Besonders viel Spaß hat uns das Bedrucken von Stoffen gemacht. Wir haben Stempel aus Linoleum gemacht und Jeansstoff damit bedruckt – eine tolle Methode, um aus Upcycling-Projekten ein echtes Highlight zu machen.

Textildruck mit Stempeln

Schon häufiger haben wir T-Shirts mit Kartoffeldruck bedruckt. Das ist schnell, einfach und es lassen sich viele verschiedene Motive damit verwirklichen. Die Motive haben immer auch lange gehalten, ohne dass die Farben verblasst sind.

T-Shirt mit Kartoffeldruck

Für die nächsten Wochen stehen jetzt erstmal Sommerkleider und Sommershirts auf dem Plan, vor allem aber werden wir auch ein paar freie Tage und die neu gewonnen Freiheiten nutzen.

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